EU AI Act | 2026-02-20 | 8 Min.
EU AI Act Artikel 4: Was Unternehmen jetzt tun müssen
Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des EU AI Act alle Unternehmen zur KI-Kompetenz. Was genau das bedeutet und wie Sie die Anforderungen erfüllen.
Was besagt Artikel 4 des EU AI Act?
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025 und ist damit die erste Bestimmung, die Unternehmen unmittelbar betrifft.
Die Kernaussage: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen sicherstellen, dass ihr Personal über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügt. Das klingt zunächst abstrakt - hat aber weitreichende Konsequenzen.
Wen betrifft Artikel 4?
Die kurze Antwort: Fast jedes Unternehmen. Denn „Betreiber" im Sinne des AI Act ist jede natürliche oder juristische Person, die ein KI-System unter eigener Verantwortung einsetzt. Das umfasst:
- Unternehmen, die ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini oder ähnliche Tools nutzen
- Firmen, die KI-basierte Software in ihren Geschäftsprozessen einsetzen (z. B. CRM-Systeme mit KI-Funktionen)
- Organisationen, die KI-gestützte Analyse- oder Automatisierungstools verwenden
Was bedeutet „ausreichende KI-Kompetenz"?
Der EU AI Act definiert KI-Kompetenz als die Fähigkeit, KI-Systeme:
Die Kompetenzanforderungen orientieren sich dabei an:
- Dem technischen Wissen der jeweiligen Person
- Der Erfahrung und Ausbildung
- Dem Kontext, in dem das KI-System eingesetzt wird
Was droht bei Verstößen?
Für Verstöße gegen Artikel 4 sieht der EU AI Act Bußgelder vor. Diese können je nach Unternehmensgröße und Schwere des Verstoßes erheblich sein. Für KMU gelten zwar mildere Regelungen, aber das Risiko ist real.
5 konkrete Schritte zur Compliance
1. Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme nutzen Sie?
Erstellen Sie eine Liste aller KI-Tools, die in Ihrem Unternehmen im Einsatz sind. Dazu gehören auch eingebettete KI-Funktionen in bestehender Software.
2. Kompetenz-Assessment: Wo steht Ihr Team?
Bewerten Sie den aktuellen Wissensstand Ihrer Mitarbeiter. Wer nutzt KI-Tools? Wie intensiv? Welche Risiken werden erkannt?
3. Schulungsprogramm aufsetzen
Entwickeln Sie ein strukturiertes Schulungsprogramm, das verschiedene Kompetenzlevel abdeckt - von KI-Grundlagen für alle bis hin zu spezialisiertem Wissen für Key User.
4. Richtlinien und Guidelines erstellen
Formulieren Sie klare Regeln für den KI-Einsatz: Was darf genutzt werden? Welche Daten dürfen eingegeben werden? Wer ist Ansprechpartner?
5. Dokumentation
Halten Sie Schulungsmaßnahmen, Richtlinien und Kompetenzentwicklung nachweisbar fest.
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